WINTER 2017/18

Willkommen im Online-Bereich zur aktuellen Winter 2017/18-Ausgabe. Hier sind alle Beiträge zu finden, für die in der Print-Ausgabe leider kein Platz mehr war. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und Stöbern!


Was die Musik zu bieten hat, bringen wir auf die Bühne!

Ein Konzertrückblick aus der Sicht des Moderators

 

Was vor einigen Jahren als Dankeschönveranstaltung für Sponsoren des Kyffhäuser-Gymnasiums begann, hat sich inzwischen zu einer weiteren Tradition an unserer Schule entwickelt, die immer mehr Besucher anzieht. Ein Rekord wurde wohl am 03. November 2017 aufgestellt, als das Kyffhäuser-Gymnasium zum wiederholten Male zum „Herbstkonzert“ einlud. Bereits zwanzig Minuten vor Beginn war die Aula schon voll, sodass zusammengerückt werden musste, um weitere Stühle stellen zu können. Zirka 150 Personen waren der Einladung gefolgt.

 

Zum wiederholten Mal durften Pia Schöbel und ich durch das Programm des Konzertes führen. Bereits einige Wochen im Voraus wird es zusammengestellt, denn zwei Chöre, eine Instrumentalgruppe und viele Solisten wollen ihr Können zeigen, darunter sowohl Schüler als auch Lehrer. Zwei der letzteren eröffneten schließlich das Konzert: die „Smiling Key Teachers“, bestehend aus Frau Kaminski und Frau Schütze-Herrmann, die vierhändig am Flügel spielten. Die stellvertretende Schulleiterin Frau Thiele begrüßte anschließend alle Gäste im Namen der Schule, bevor das gut neunzigminütige Programm erst so richtig begann. Der Chor „Salto Vokale“, geleitet von Frau Schütze-Herrmann stimmte das Publikum mit herbstlichen Liedern ein, so auch mit dem Song „It’s raining round“, dessen Text aus einer Mischung aus Deutsch und Englisch besteht, aber trotzdem von allen verstanden wurde.

 

Bastian Gebhardt spielte im Anschluss auf dem Flügel ein Stück aus der „Twilight Saga“. Jonas Steiner bewies, dass sich auch moderne Stücke auf dem Akkordeon spielen lassen, in diesem Falle „Apologize“ von OneRepublic. Pascal Wunder saß anschließend „Barfuß am Klavier“, doch geschuldet dem ungemütlichen Wetter draußen sang er lieber nur davon. Die „Kumpel WG“ sang „It`s raining men“, eine Parodie auf den bekannten Song von „The Weather Girls“. „AChorD“ heißt eine Gruppe von Sängern, die in dieser Formation zum ersten Mal auftraten und Gesang mit Ukulelen-Spiel vereinten. Auch der Chor der 5. und 6. Klassen „Salto Juniore“ unter der Leitung von Frau Böttcher bewies sein Können, unter anderem mit Liedern von Phil Collis und Abba. Seit Jahren ebenfalls schon fester Bestandteil eines jeden Konzerts sind die Musiker von „Salto Instrumentale“, ebenfalls geleitet von Frau Schütze-Herrmann und unterstützt durch die Lehrerinnen Frau Zunkel und Frau Hanstein. Weitere Auftritte folgten von Franka Stolze am Flügel und dem Klarinettenduo, bestehend aus Frau Zunkel und Eva Büchner und am Flügel begleitet von Ronald Uhlig, Musikpädagoge am Carl Schröder Konservatorium Sondershausen.

 

 

Moderne Stücke und traditionelle Lieder, gesungen oder gespielt auf den unterschiedlichsten Instrumenten durften Pia Schöbel und ich ankündigen. Als Moderatoren ist es jedoch nicht nur unsere Aufgabe, die Stücke und Interpreten anzusagen, sondern sie auch kurz vorzustellen oder passend überzuleiten. Da der in diesem Jahr groß zelebrierte Reformationstag noch nicht lange zurücklag, enthielt die Moderation auch Spuren von Marin Luther. Schlussendlich fanden sich zehn Mundarten von ihm in einem Satz wieder, der trotzdem noch Sinn ergab, nämlich einen großen Dank auszusprechen. Allen voran an die begeisterten Musiker und Musikerinnen des Kyffhäuser-Gymnasiums, ohne die das Programm nicht zustande gekommen wäre. Auch den Sponsoren und Unterstützern der Schule, den Firmen und Gewerbetreibenden aus Bad Frankenhausen und Umgebung, wollten wir einen Dank aussprechen. Zum großen Finale träumte sich die gesamte Aula nach Kalifornien, doch nach „California Dreamin‘“ sollte noch nicht Schluss sein. Mit einem deutlichen Signal in Form von lautem und langanhaltendem Applaus forderte das Publikum eine Zugabe ein. „Du hast den Farbfilm vergessen“ war improvisiert, aber den Text konnten trotzdem alle und sogar das Publikum stimmte in diese ungewöhnliche Zugabe mit ein. Danach bedankte sich Frau Thiele noch einmal bei Frau Schütze-Herrmann, die das Programm zusammengestellt hatte und das Konzert leitete sowie bei Frau Böttcher, Frau Hanstein, Frau Zunkel und Herrn Uhlig. Das Publikum konnte sich nun noch auf dem Weg nach draußen unsere Schülerzeitung kaufen, die erst kürzlich mit einem Sonderpreis im thüringenweiten Wettbewerb ausgezeichnet wurde, aber auch die Modellbahn-Anlage der Modellbau-AG besuchen, die zu diesem Anlass ihre Tür öffnete. Auch an Spenden kam einiges zusammen, um die musikalischen Aktivitäten weiterhin zu fördern.

 

 

Wer sich jetzt fragt, wie ein Konzert in so hohen Tönen gelobt werden kann und ob das denn wirklich stimmt, was ich hier schreibe, dem rate ich an, am 20. Dezember 2017 in die Unterkirche zu kommen. Dann findet nämlich das große Weihnachtskonzert statt, bei dem die eben genannten Musiker auch wieder auftreten werden. Natürlich sind vor einem großen Auftritt alle aufgeregt und die ein oder andere Note geht mal daneben, aber am Ende ist es doch wichtig, dass weitergespielt, bzw. weitergesungen wird. Denn Musik ist etwas, das vor allem Spaß machen soll, die Menschen verbindet und den Gemeinschaftssinn fördert. Ich bin mir sicher, wer an diesem Freitagabend in der Aula anwesend war, der hat genau das gespürt.

 


Imaginata - ein Experimentarium für die Sinne

BILDER: Frau Parga Garcia

Die Bilder-Galerie zum Besuch der IMAGINATA der 6. Klassen


Ohne Architekten kein Neubau

INTERVIEW: Thiemo Schulz

Der Spatenstich ist schon wieder vier Monate her und der Fortschritt ist deutlich zu sehen. Im Folgenden lest ihr nun das Interview mit dem Architekturbüro „nitsche+kollegen architekten gmbh“, welches aus Zeitgründen leider nicht mehr in der Sonderausgabe veröffentlicht werden konnten. Trotzdem wollten wir es euch nicht vorenthalten. Die Fragen wurden vom Geschäftsführer Attila Zsoldos beantwortet.

 

 

penne.express: Auf Ihrer Homepage sind bereits einige Schulen unter den Projekten zu finden. Wenn Sie einen solchen Auftrag erhalten: Wie gehen Sie an ein solches Projekt heran?

 

Herr Zsoldos: Tatsächlich hat unser Büro seit der Gründung 1990 bisher 36 Schulbauvorhaben fertiggestellt. Aktuell arbeiten wir gleichzeitig an sieben verschiedenen Schulprojekten. Die Palette reicht dabei von Sanierungen denkmalgeschützter Gebäude über umfangreiche Umbauten mit Ergänzungsneubauten bis hin zu kompletten Neubauten, von kleinen, zweizügigen Grundschulen mit 200 Schülern über Regelschulen, Gymnasien, Spezialschulen bis hin zu Berufsschulzentren mit über 2.000 Schülern. Der Großteil dieser Schulen befindet sich in kommunaler Trägerschaft, wir haben aber auch viele Schulprojekte für die evangelische Kirche oder für die katholische Kirche realisiert.

 

Manche der Schulen befinden sich in einem historischen Ortskern, manche am Stadtrand oder mitten im Neubaugebiet, manche auf einem flachen Grundstück oder in einer steilen Hanglage.

 

Vielleicht zeigt bereits diese Aufzählung, wie vielfältig Schulprojekte sind und wie speziell dabei jedes einzelne sein kann. Und genauso vielfältig und spannend ist dabei die Herangehensweise an jedes einzelne Projekt.

 

 

penne.express: Aus wie vielen Personen besteht das Team, das das Projekt plant? Wer gehört dazu? Wie sind die Aufgaben verteilt?

 

Herr Zsoldos: Planung ist Teamarbeit, sowohl im Architekturbüro selbst aber auch in Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachplanungen. Bei einem Schulprojekt sind das z.B. die Statiker, die Fachplaner für die Elektroanlagen, für Heizungs- Lüftungs- und Sanitäranlagen, Landschaftsplaner, Baugrundgutachter, Vermesser, Energieberater, Akustiker, Brandschutzgutachter. Auch bei uns im Büro sind in den verschiedenen Leistungsphasen (Entwurf / Planung / Ausschreibung / Bauüberwachung) insgesamt 8-10 Kollegen an so einem Projekt beteiligt. Alles in allem sind also bis zu 25-30 Planer in unterschiedlichen Disziplinen dafür verantwortlich, dass am Ende ein Schulprojekt ein Erfolg wird.

 

 

penne.express: Auch wir Schüler durften unsere Vorschläge äußern. Wer kann noch Einfluss auf die Planung nehmen? Ist es überhaupt möglich, alle Vorschläge beachten zu können?

 

Herr Zsoldos: Vielen Dank für den einfühlsamen Grundton der Fragestellung. Der Architekt wird gerne (manchmal auch von sich selbst) als jemand gesehen, der ständig dabei ist, sich selbst und seine Ideen zu „verwirklichen“. Dabei gibt es tausende Einflussfaktoren, die einen Planungsprozess beeinflussen.

 

Vor allem ist der Architekt natürlich seinem Bauherren, also dem Auftraggeber, der das Projekt auch finanziert, verpflichtet. Aber genauso sind hunderte von Vorschriften, die Bauordnung, endlose DIN-Normen bis hin zu örtlichen Vorgaben z.B. von der Feuerwehr oder den Abwasserbetrieben und vielen anderen zu berücksichtigen. Natürlich geht es aber bei einem Schulprojekt in erster Linie um die Nutzer und das seid Ihr, die Schüler und Eure Lehrer.

 

Wir, die Architekten, sind diejenigen, die all diese Vorgaben, Möglichkeiten und Einschränkungen, Wünsche und Grenzen sammeln, werten und daraus versuchen, ein Gebäude zu konzipieren. Dabei helfen uns natürlich auch unsere Erfahrungen von den vielen Schulprojekten und unsere empathischen Fähigkeiten – schließlich waren wir auch alle früher selber Schüler oder haben mittlerweile Kinder, die welche sind.

 

Planung ist dabei auch viel Abwägung, Ideen und Vorschläge werden aufgenommen und manche auch wieder verworfen. Unsere Bemühung ist es, zusammen mit dem Bauherrn alle Entscheidungen bestmöglich miteinander und auch nach außen zu kommunizieren.

 

Um auf die Frage noch einmal zurückzukommen: es ist natürlich nicht möglich, alle Vorschläge umzusetzen, dafür gibt es davon auch meistens zu viele. Das ist aber aus unserer Sicht auch nicht schlimm. Am Ende müssen auch diejenigen entscheiden, die die Verantwortung tragen.

 

 

penne.express: Wie viele Varianten der Planung gab es bisher für unseren Neubau, bis die Pläne endgültig waren?

 

Herr Zsoldos: Einige. Manche davon wurden bereits im Büro „verworfen“, manche dann im Abwägungsprozess mit dem Bauherrn.

 

 

penne.express: Eine Schule ist natürlich eine andere Größenordnung als ein normales Wohnhaus. Was muss speziell für Schulen beachtet werden?

 

Herr Zsoldos: Wenn mit einem „normalen Wohnhaus“ ein kleines Einfamilienhaus gemeint ist, dann ist natürlich ein Schulbauvorhaben wesentlich komplexer, es gibt aber auch komplizierte Wohnprojekte. Die Unterschiede liegen in den Funktionen und in den speziellen Vorschriften.

 

Für Schulen ist meiner Meinung nach besonders wichtig, eine gute Orientierung im Gebäude zu haben. Es muss bereits am Eingang klar absehbar sein, wie es im Gebäude weitergeht.

 

 

penne.express:Wie würden Sie unseren Lesern den Neubau beschreiben? Auf was dürfen sich Schüler, Lehrer und Eltern freuen, wenn er fertiggestellt ist?

 

Herr Zsoldos: Nach langer Zeit der Vorplanung und der Suche nach einem neuen Standort für die Schule sollten sich alle vor allem darüber freuen, dass die Schule an einem Standort zusammengeführt wird, an dem sämtliche Schulfunktionen kompakt untergebracht werden.

 

Das neue Unterrichtsgebäude bildet dann mit der Sporthalle und dem neuen Aula-/Mensagebäude einen Schulcampus. Obwohl die Schule auf einem recht kleinen Grundstück untergebracht wird und dadurch das Gebäude sehr kompakt konzipiert wurde, gibt es unterschiedliche Bereiche sowohl auf dem Schulhof als auch im Gebäude. Es gibt bestimmt nicht viele Gymnasien mit einem eigenen Bachverlauf und einer Brücke. Es wird ein großer, heller Mensaraum mit einer Außenterrasse am Wasser und einem angegliederten kleinen Bandproberaum geben, im Schulgebäude ein lichtes Eingangsfoyer mit einer Galerie und einem angeschlossenen Schülercafé sowie einer Bibliothek. Es liegt dann an Euch, diese Räume zu beleben.

 

 

penne.express:Wie würden Sie die Arbeiten an den Plänen für das neue Kyffhäuser-Gymnasium rückblickend beschreiben? Wie lange hat dieser Vorgang bisher gedauert?

 

Herr Zsoldos: Grundsätzlich macht uns unser Beruf, insbesondere das Planen und Entwerfen sehr viel Spaß – so sollte es ja auch sein! Wie das Arbeiten am jeweiligen Projekt verläuft, hängt in großem Maße auch von der Zusammenarbeit mit den anderen Beteiligten ab, allen voran mit dem Bauherren. Im Falle des Kyffhäuser-Gymnasiums können wir die kollegiale und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Landratsamt als sehr positiv hervorheben.

 

Das Auswahlverfahren für die Architekten hat ziemlich genau vor drei Jahren in 2014 stattgefunden. Im Idealfall dauert es ab da ca. 18 Monate bis zum Baubeginn. Dass es hier fast doppelt so lange gedauert hat, ist darin begründet, dass mehrere Standorte und mehrere Fördermöglichkeiten untersucht wurden.

 

 

penne.express: Die Fertigstellung eines solchen Projektes ist bestimmt jedes Mal etwas Besonderes. Wie fühlen Sie sich, wenn ein von Ihnen geplantes Gebäude eingeweiht und eröffnet wird?

 

Herr Zsoldos: Jeder, der schöpferisch tätig ist, freut sich, wenn „sein“ Werk (noch einmal der Hinweis auf Teamarbeit!) fertig ist und natürlich noch mehr, wenn es positiv angenommen wird.

 

 

 


Kontakt:                                    

Kyffhäuser-Gymnasium

Fritz-Brather Str. 1

06567 Bad Frankenhausen

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