WEIL NICHT ALLES IN DER AUSGABE PLATZ HAT...

...könnt ihr hier gleich weiterlesen! Zu aktuellen Neuigkeiten, Lehrerstars, grenzenloser Jugend, Europawoche und und und gibt es noch wesentlich mehr als dass es jemals in eine Ausgabe gepasst hätte! Hier geht es also direkt weiter mit der Sommerausgabe...


Ihr wollt auch einen Amazon-Gutschein gewinnen? Dann habt ihr hier die nächste Chance!

Beantwortet einfach folgende Frage:

 

ANLÄSSLICH WELCHEN EREIGNISSES FAND DIE EUROPA-WOCHE STATT?

 

A) Die Europäische Union besteht seit 25 Jahren

B) Deutschland hat zum dritten Mal in Folge den letzten Platz beim Eurovision Song Contest belegt.

C) Die Türkei tritt der EU bei.

D) Die Römischen Verträge wurden vor 60 Jahren abgeschlossen.

 

 

Ihr wisst die Antwort? Dann schneidet den unteren Teil der Seite aus, tragt alle nötigen Informationen ein und werft ihn in unseren Briefkasten am Raum 211. Ihr könnt uns auch auf unserer Homepage (www.penne-express.de) oder auf unserer Instagram-Seite (@ penne.express) die richtige Lösung schreiben.

 

Einzige Teilnahmebedingung ist, dass ihr Schüler/Schülerin am Kyffhäuser-Gymnasium sein müsst.

 

Einsendeschluss ist der 22. Juni 2017.

 


Frühling ist die Musik der Natur

TEXT und BILDER: Thiemo Schulz

Unter diesem Aspekt luden Schüler und Schülerinnen des Kyffhäuser-Gymnasiums am 31. Mai 2017 zum 1. Frühlingsfestival ein. Bei fast schon sommerlichen Temperaturen war die Aula gut besucht. Die Schüler der 5. und 6. Klassen gestalteten den ersten Teil des Festivals unter Leitung von Frau Böttcher. Der Chor „Salto Juniore“ sang Frühlingsmelodien oder bekannte Lieder wie „Mamma Mia!“ und „Yesterday“. Solisten trugen ihre Stücke auf dem Klavier, der Flöte oder dem Akkordeon vor. Dann ging es in die Pause, Schüler der 11. Klassen kümmerten sich um die Versorgung mit Speisen und Getränken, wobei ein Teil der Einnahmen an die DKMS gespendet wurde. Des Weiteren verkaufte die Schülerzeitung ihre druckfrische neue Ausgabe. Nachdem Hunger und Durst gestillt waren, ging es mit dem zweiten Teil des Festivals weiter. Hier traten der „große“ Chor „Salto Vokale“ und die Instrumentalgruppe „Salto Instrumentale“ boten ihre Stücke unter der Leitung von Frau Schütze-Herrmann dar. Außerdem waren die „Smiling Key Teachers“ und weitere Solisten am Klavier zu hören. Die Schüler und Schülerinnen des Wahlpflichtfaches Darstellen und Gestalten, welches von Frau Scheel unterrichtet wird, spielten eine Szenencollage aus dem Stück „Die Ratten“, wobei sie mit verschiedenen stilistischen Mitteln arbeiteten. Der zweite Teil des Konzertes stand jedoch auch im Sinne des Abschieds, da einige Abiturientinnen nun die Schule verlassen, die jahrelang ein wichtiger Bestandteil von Chor und Instrumentalgruppe waren. So sahen die Zuschauer auch den letzten Auftritt der Formation rund um Ukulele „Herbert & Friends“.

Um sich von diesen Schülerinnen gebührend zu verabschieden, machte man aus „Don’t Cry For Me Argentina“ kurzerhand „Don’t Cry For Me Frankenhausen“. Emotional wurde es, als das Abschiedslied „Time To Say Goodbye“ gespielt wurde. Die Schüler und Schülerinnen der Instrumentalgruppe verließen dabei nach und nach die Bühne, bis nur noch die Lehrerinnen Frau Zunkel und Frau Hanstein, die die Instrumentalgruppe musikalisch unterstützen, auf der Bühne standen und das Stück beendeten. Angelehnt war diese Darbietung an die „Abschiedssinfonie“ von Jopseh Haydn, der einen letzten Satz so komponierte, dass die Musiker nach und nach die Bühne verließen, als Zeichen für den Dienstherrn, den Musikern endlich ihren wohlverdienten Urlaub zu gewähren.

Jedoch ging es bei diesem Abschied nicht nur um wohlverdienten Urlaub, sondern um den Abschluss eines wichtigen Lebensabschnittes. Um das Festival jedoch nicht in dieser traurigen Grundstimmung zu beenden, losten die Moderatoren Pia Schöbel und Thiemo Schulz, die erneut kreativ durch das Programm führten, den Gewinner des versprochenen Wohnzimmerkonzertes aus. Wer zu Beginn oder während der Pause Geld spendete, bekam ein Los und dem Gewinner wird „Salto Instrumentale“ ein Wohnzimmerkonzert spielen. Schließlich kündigten die Moderatoren das große Finale an, bei dem beide Salti zusammenspielten. Die stellvertretende Schulleiterin Frau Thiele verabschiedete das Publikum, wünschte einen guten Nachhauseweg und bedankte sich noch einmal bei allen Beteiligten. Auch an dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an Frau Schütze-Herrmann, Frau Böttcher, Frau Scheel, Frau Hanstein und Frau Zunkel sowie allen musikalischen Schülern und Schülerinnen, die dazu beitrugen, den Frühling erst so richtig musikalisch werden zu lassen. Für das nächste Jahr ist die zweite Auflage des Frühlingsfestivals geplant. Wer nicht so lange warten will, hat noch in diesem Jahr zwei Mal die Gelegenheit, das musikalische Kyffhäuser-Gymnasium zu erleben: beim Herbstkonzert und beim Weihnachtskonzert.

 

Schulfest anno 2017

BILDER: Thiemo Schulz


Europa ist musikalisch!

ZUARBEIT: Frau Schütze-Herrmann

Unter dem Motto "Klingendes Europa" wurden von einigen Schülern und Schülerinnen aus den Musikkursen der 11. Klasse Schaubilder erstellt. Ziel war es, ein Lied, das einen deutlichen Bezug zu Europa hat, anschaulich vorzustellen. Hier nun einige ausgewählte Projekte:


Noch mehr aus Europa...

TEXT: Redaktion

Seit Beginn des Schuljahres existiert die Homepage-AG unter Leitung von Herrn Keilhold. Zusammen mit Schülern aus der 11., 9. und 8. Klasse wurde im Laufe des Schuljahres eine komplett neue Homepage aufgebaut... Diese ist unter folgendem Link zu finden.

 

http://kyffhaeusergymnasium.de/tiki-index.php?page=Neuigkeiten

 

Auf dieser Seite gibt es auch noch weitere Projekte aus der Europa-Woche zu sehen!


Von Jogginghosen und Managern

INTERVIEW: Viktoria Wenkel

Bis 31. März konntet ihr eure Lehrerstars wählen. Bei den Lehrerinnen hat unsere Musiklehrerin Frau Schütze-Herrmann gewonnen, bei den Lehrern unser Sportlehrer Herr Vollmar. Hier lest ihr nun die vollständigen Interviews ihnen.

"Ich danke meinem Manager..."

p.e: Was sagen Sie dazu, erneut zum Lehrerstar gewählt worden zu sein?

 

Herr Vollmar: Sensationell! Ich danke meinem Manager, meinen Helfern und meiner Familie, die mich immer unterstützt haben. Alles Quatsch! Wir sind ja hier nicht bei der Oscar-Verleihung (Anmerkung von p.e: Aber ziemlich nah dran!). Jetzt echt: Vielen Dank! Es ehrt mich natürlich und bestätigt so meinen eingeschlagenen Weg.

 

 

p.e: Was möchten Sie den Zweit- und Drittplatzierten sagen?

 

Herr Vollmar: Jeder ist so wie er ist! Man sollte sich nicht verbiegen oder verbiegen lassen!

 

 

p.e: Warum wollten Sie Lehrer werden?

 

Herr Vollmar: Ziel meiner studentischen Laufbahn (1984-1988) war es, mit Kindern und Jugendlichen Sport zu treiben, die über das Maß hinaus den Ehrgeiz hatten, nach Höchstleistungen zu streben. Nach der Wende bekam ich eine Stelle im Schulwesen und bin seit 1991 Lehrer am Kyffhäuser-Gymnasium, unter dem Motto: Den lernwilligen Schülern etwas beizubringen, sodass sie für das weitere Leben vorbereitet sind.

 

 

p.e: Wie hat sich der Beruf des Lehrers in den letzten Jahren verändert?

 

Herr Vollmar: Hat der Beruf Lehrer sich verändert? Personen verändern sich! Ich bin älter geworden, dadurch stören mich Sachen, die mich in jüngeren Jahren nicht so gestört haben. Beispielsweise die Lautstärke beim Sport in der Turnhalle ist jetzt nervend und schmerzt. Die Schüler haben sich verändert: Manche kommen mit hohen Erwartungen nd viel Ehrgeiz zu uns an die Schule und erreichen Bestleistungen im Abitur oder erfüllen ihre gesteckten Ziele durch eigene Willensstärke, Ordnung, Disziplin, Zuverlässigkeit, Kreativität, Lernbereitschaft… Andere dagegen kommen auch sehr selbstbewusst mit hohen Erwartungen an sich und andere Personen zu uns, lassen dann die genügende Sorgfalt und Konzentration vermissen. Dann suchen sie Schuldige, weil ihre Wunschnoten als Luftblasen zerplatzen. Technische Geräte ändern sich: TV-Geräte, Computer, Smartphone, facebook, Twitter, WhatsApp. Alles schöne Dinge, die manchmal unser Leben bereichern und erleichtern, aber auch oft Probleme hervorgerufen. Kinder und Jugendliche kommunizieren öfter mit der Technik, statt sich mit Freunden direkt zu unterhalten. Sind dadurch natürlich immer erreichbar, aber auch oft abgelenkt und manche, denke ich, sogar süchtig. Als Sportlehrer kann ich feststellen, dass die Kinder dadurch körperlich und spielerisch abbauen und nicht mehr so belastbar sind. Beim Studion habe ich mal gelernt, dass Körper und Geist eine Einheit bilden sollen. Des Weiteren bietet die neue Technik auch die Gefahr, andere Mitmenschen in Misskredit bringen zu können, d.h. Bilder von Mitschülern zu schießen, die dann ins Internet zu stellen, andere verbal über die vorhin angesprochenen Dienste zu beleidigen oder anzugreifen oder gar zu erpressen. Das macht mir Angst.

 

p.e: Was ist Ihrer Meinung nach der Grund für diese Entwicklung?

 

Herr Vollmar: Die Hemmschwelle zur Denunzierung von anderen, zur Gewaltbereitschaft, ist in der gesamten Welt und eben auch in Deutschland gesunken.

 

 

p.e: Wie könnte man die Situation entschärfen?

Herr Vollmar: Jeder sollte sich auf einfache und gesunde Werte der Gesellschaft besinnen. Nach dem Motto: Handle gegenüber anderen so, wie du von ihnen behandelt werden willst. (Goldene Regel aus der Ethik u.a. chinesischer Philosoph Konfuzius). Vielleicht bin ich ja auch so und dadurch Lehrerstar geworden.

 

Herr Vollmar mit seiner Urkunde.

"Gesangs-LK in Jogginghose..."

penne.express: Was sagen Sie dazu, erneut zum Lehrerstar gewählt worden zu sein?

 Frau Schütze-Herrmann: Ich glaube, das ist das erste Mal, oder? Auf jeden Fall ist das schon ein sehr gutes Gefühl und ich fühle mich wirklich geehrt. Ich versuche immer, mehr ein Begleiter der Schüler als ein Be-Lehrer zu sein und dieses Ergebnis zeigt mir, dass es mir gelegentlich wohl auch gelingt. Grundsätzlich empfinde ich ein positives Feedback der Schüler oder überhaupt meines Umfeldes auch als wichtig für mich – es würde mich sicher krank machen, wenn alle meine Person oder meinen Unterricht hassten.

 

p.e: Was möchten Sie dem Zweit- und Drittplatzierten sagen?

Frau S.-H.: Ihr seid genau so beliebte und tolle Lehrer, ist doch klar! Wir haben so viele gute Lehrer an unserer Schule, da wäre es doch nicht schön, wenn wir uns im Wettbewerb um vordere Plätze auf der Beliebtheitsskala gegenseitig auszubooten versuchten oder das dem Kollegen nicht gönnen würden.

 

p.e: Warum wollten Sie Lehrer werden?

Frau S.-H.: Der Berufswunsch Lehrer stand bei mir von Anfang ganz oben auf der Liste. Ich bin immer gern zur Schule gegangen und lerne auch heute noch gern. Wenn es darum ging, schwächeren Schülern zu helfen, war ich häufig der erste Ansprechpartner. Ich hab gern geholfen und konnte wohl auch recht gut erklären. Manchmal hat sich diese Nachhilfe sogar richtig gelohnt – zum Beispiel bekam ich von den Eltern eines Schülers aus meinem Heimatort als Vergütung immer richtige Orangen aus dem Deli, lecker J.

Na ja, und nicht zuletzt haben viele meiner Lehrer diesen Berufswunsch auch bestärkt. Besonders meine Musiklehrerin (Frau Hannes ist die Beste!) hat mir jahrelang erfolgreich eingeredet, dass ich unbedingt Musiklehrerin werden soll…

 

p.e: Wie hat sich der Beruf des Lehrers in den letzten Jahren verändert?

Frau S.-H.: Mit jeder neuen Landesregierung waren neue Bestimmungen im Bildungsbereich verbunden: neue Fächer, neue Prüfungsanforderungen, dafür kaum Neueinstellungen usw. Gerade im Zuge der Inklusion und allmählichen Auflösung der Förderschulen wurde meiner Meinung nach der zweite Schritt vor dem ersten gemacht und zu sehr auf Tempo als auf Qualität geachtet. Von den Lehrern wird aber verlangt, dass sie diese Probleme täglich irgendwie lösen. Das Unterrichten in heterogenen Klassen setzt tatsächlich höhere Ansprüche an den Lehrerberuf als früher.

 

Am lästigsten empfinde ich aber den gestiegenen Verwaltungsaufwand. Das Ausfüllen von Kompetenzbögen, Lernentwicklungslinien bzw. -berichten usw. kostet viel Zeit und Kraft und bringt den einzelnen Schüler trotzdem nicht wirklich weiter, weshalb wir ja jetzt auch erneut nach einer besseren Möglichkeit suchen. Während Klassenfahrten oder Exkursionen früher wie selbstverständlich zum Schulalltag gehörten, füllen wir heute lange vorher und danach noch mal seitenlange Anträge aus, wobei dann immer noch nicht klar ist, ob die Fahrt von den Behörden auch genehmigt wird. Das nervt und bringt einen mitunter an den Rand der Resignation.

 

p.e: Hat sich der Ihnen entgegen gebrachte Respekt in den letzten Jahren verändert?

Frau S.-H.: Nein, das kann ich so nicht sagen. Vielleicht sind die jungen Leute insgesamt selbstbewusster und mitunter auch vorlauter oder frecher geworden, aber ein richtig respektloses Verhalten mir gegenüber habe ich zum Glück noch nicht beobachten müssen.

Obwohl, wenn ich so darüber nachdenke … eine Gesangs-LK in Jogginghose ist schon ziemlich nah dran!

 

p.e: War diese Veränderung nur negativ?

Frau S.-H.: Was mir in den letzten Jahren zunehmend negativ auffällt, ist eher der respektlosere Umgang mit Sachwerten. Absichtlich zerstochene Poster, zerrissene Textblätter, zerknickte oder bemalte Bücher (über die Qualität dieser Schmierereien möchte ich mich hier lieber nicht äußern), auch kaputte Instrumente hatte ich schon zu beklagen. Selbst, wenn ich den Schaden gleich nach dem Einsammeln bemerke, will es natürlich kein Schüler gewesen sein und über diese Unehrlichkeit ärgere ich mich dann gleich noch mehr. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mit fortschreitendem Dienstalter dünnhäutiger werde, auf jeden Fall macht es mich schon traurig, wenn die Kinder und Jugendlichen einen ideellen Wert nicht mehr zu schätzen wissen bzw. eben auch nicht erkennen, welchen ideellen Wert solche Dinge für mich haben.

 

Aber ich möchte das nicht für sämtliche Schüler verallgemeinern, auf gar keinen Fall! Es waren immer tolle und interessierte Schüler dabei, mit denen sich sowohl inner- als auch außerhalb des Unterrichts hervorragend arbeiten und viel erreichen ließ und das hat sich bis heute nicht geändert. Um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: Nein, nicht alles hat sich verändert und auch nicht nur negativ. Gerade solche Schüler sind es nämlich, die mich in meinem Tun immer wieder bestätigen und aus denen ich neue Motivation schöpfen kann. Am Ende überwiegt also das Positive, würde ich sagen.

 

p.e: Wie schätzen Sie unsere Schule hinsichtlich des Konfliktpotenzials ein?

Frau S.-H.: Als ich ans Kyffhäuser-Gymnasium gekommen bin, hatte ich nicht den Eindruck, dass an dieser Schule ein besonders großes Konfliktpotenzial herrscht. Aber gerade in letzter Zeit haben sich die Vorfälle doch gehäuft und es waren vor allen Dingen auch Delikte dabei, die ich in dieser Form noch nicht erlebt habe und in einer Schülerschaft auch nie vermutet hätte. Das entsetzt mich schon sehr und ich hoffe inständig, dass es sich in den folgenden Jahrgängen nicht in dieser Form fortsetzt oder sogar noch verschärft. Unsere Schule sollte nicht durch solche negativen Zwischenfälle in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit rücken, da könnten wir unsere Energien wirklich sinnvoller nutzen.

 

p.e: Was ist Ihrer Meinung nach der Grund für diese Entwicklung?

Frau S.-H.: Diese Frage ist schwer zu beantworten, denn die Menschen werden ja nicht per se schlechter. Ich mag mir auch nicht vorstellen, dass Eltern ihre Kinder bewusst so erziehen. Möglicherweise lassen Eltern und auch wir Lehrer bei der Erziehung manchmal einfach die nötige Konsequenz vermissen?

Wir erleben derzeit eine allgemeine Verrohung in unserer mündlichen und digitalen Kommunikation, leider auch unter Erwachsenen. Viele junge Leute empfinden Fäkalsprache und Beleidigungen heutzutage als völlig normal, dadurch besteht durchaus die Gefahr, dass mit der Hemmschwelle für verbale Gewalt auch die für seelische oder körperliche Gewalt sinkt.

 

p.e: Wie könnte man die Situation entschärfen?

Frau S.-H.: Wir haben im Kollegium auch schon viel darüber diskutiert und waren oft ein Stück weit ratlos, wie wir diesen Dingen zukünftig wirksamer begegnen können. Also vorbeugend zu handeln und sich nicht nur hinterher über das nötige Strafmaß zu unterhalten. Das heißt, wir müssen den Heranwachsenden noch deutlicher verständlich machen, warum dieses oder jenes Verhalten falsch ist und bestimmte Vergehen dann aber auch konsequent ahnden. Gerade Kinder sind sich der Tragweite ihrer Handlungen oft noch gar nicht bewusst. Das harmonische Zusammenleben in einer Gemeinschaft erfordert aber soziale Grundregeln, die nur funktionieren können, wenn sich alle daran halten. Diese müssen wir vermitteln und natürlich auch vorleben. Und das wiederum geht nur gemeinsam mit den Elternhäusern, Lehrer und Eltern sind hier als Vorbilder und Erzieher gleichermaßen in der Pflicht.

 

p.e: Was möchten Sie den Schülern abschließend noch sagen?

Frau S.-H.: Hört nie auf, neugierig zu sein! Bleibt aufgeschlossen gegenüber Neuem, verschließt euch nicht von vornherein gegen neue (Lern)-Inhalte! Ihr habt ein hoffentlich langes Leben vor euch und könnt noch gar nicht wissen, was sich darin alles ereignen wird. Gestaltet eure Zukunft interessant, indem ihr jetzt schon mitnehmt, was euch geboten wird! Und natürlich: Hört nie auf, Musik zu lieben!

 

 

Frau Schütze-Herrmann mit ihrer Urkunde


"Stell dir vor, der Krieg wäre hier..."

TEXT: Antonia Webendörfer

Diesen Titel trug ein etwas anderes Theaterstück, welches den Schülerinnen und Schülern der 8. Klasse des Kyffhäuser-Gymnasiums am 14. November 2016 dargeboten wurde. Dieser Titel ließ einen im Vorfeld schon etwas nachdenklich werden und somit gingen alle mit großer Spannung zu diesem Termin.

 

Das Stück erzählte über das Schicksal einer kleinen Familie aus Deutschland auf der Flucht und dem Ankunftsland Ägypten.

Eine Frau und ein Mann wachten in einem kleinen Zelt auf. Die Frau ging Wasser holen, damit sie sich waschen konnten. Beim Frühstück brach ein Streit aus, denn sie waren beide sehr verzweifelt und wussten einfach nicht mehr weiter. Ihr neues „zu Hause“, wo es noch nicht einmal sicher war, ob und wie lange sie bleiben konnten, die Ungewissheit und auch die ewige Hitze machte ihnen schwer zu schaffen .

 

Im weiteren Verlauf wurde der Alltag der Beiden gezeigt mit den Schwierigkeiten, mit denen sie zu kämpfen hatten wie z. B. der fremden Sprache, dass sie immer auf engstem Raum zusammen waren, aber auch der Streit mit anderen Asylbewerbern blieb nicht aus. Familie hatten sie nicht mehr bzw. nicht mitnehmen können - was aus ihnen geworden ist – ungewiss.

Jedoch hatten die Beiden noch Hoffnung, irgendwann wieder nach Deutschland zurück zu können oder sich hier in Ägypten eine neue „Heimat“ bzw. Existenz aufzubauen und hier leben und arbeiten zu können.

Es gelang ihnen schließlich, sich ein neues Leben in Ägypten einzurichten.

Die Aufführung in der Aula des Kyffhäuser-Gymnasiums hat das Publikum gefesselt. Es war sehr still.

 

Der Eine oder Andere hat durch die umgekehrte Perspektive sicher seine Einstellung zum Thema Ausländer bzw. Flüchtlinge in unserem Land überdacht. Das Stück regte an darüber nachzudenken, wie man die Situation der Flüchtlinge beurteilt – ob die eigene Meinung noch genauso wäre, wenn man sich selbst z. B. an die Stelle eines Flüchtlings denkt, abwägt, ob man im eigenen Land bleibt oder die Strapazen einer Flucht ins Ungewisse auf sich nimmt.

Was würde man selbst geben, nehmen oder hoffen?

Nach der Darbietung wurde noch ein kleiner Film über eine Flucht gezeigt.

Die Darsteller standen abschließend bereit, die aufgekommenen Fragen zum Stück zu beantworten.

Auch im Unterricht wurde das Thema noch einmal aufgegriffen und diskutiert.


Kontakt:                                    

Kyffhäuser-Gymnasium

Fritz-Brather Str. 1

06567 Bad Frankenhausen

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